Un­dich­tes Dach, ver­al­te­te Bäder

Acht­köp­fi­ge Fa­mi­lie re­no­viert Haus – Be­hin­der­ten­ge­rech­te Du­sche für Sohn not­wen­dig

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Das Bad im Erdgeschoss ist veraltet, die Wanne für den 15-jährigen behinderten Sohn zu hoch. Er bräuchte eine begehbare Dusche. Foto: Nicole Ernst

Von Nicole Ernst

Viechtach. Das Dach ist undicht, die Fenster klemmen und es zieht rein, die Bäder sind veraltet. Die Liste der Renovierungsarbeiten, die noch vor Manuela F. (Name von der Redaktion geändert) und ihrem Mann liegen, ist lang. Das Ehepaar aus dem Landkreis Regen bleibt dennoch optimistisch. „Das machen wir alles nach und nach“, sagt die 41-Jährige. Sie ist einfach nur froh, dass sie und ihr Mann ein Haus für die ganze Familie gefunden haben.

 „Mit sechs Kindern ist das gar nicht so einfach.“ Die Mutter spricht aus Erfahrung. Vor ziemlich genau einem Jahr hat unsere Mediengruppe bereits über die Familie berichtet. Damals musste sie aus ihrem Miethaus raus und wünschte sich für Weihnachten ein neues Zuhause. Das haben sie dann auch gefunden – allerdings erst nach einigen Monaten. 

Beim Arbeiten helfen alle mit
Bis dahin konnten sie zum Glück noch im Miethaus bleiben. Nach langer Suche hat das Ehepaar schließlich ein älteres, für sie erschwingliches Haus gekauft, das allerdings sehr renovierungsbedürftig war und immer noch ist. Das Wohnzimmer und die Schlafräume haben die beiden – unterstützt von Freunden – bereits auf Vordermann gebracht. Auch die Heizung wurde erneuert. Manuela F. versucht, ihren Mann, der den ganzen Tag in der Arbeit ist, so viel wie möglich zu unterstützen. Mit sechs Kindern im Alter von ein bis 15 Jahren ist das aber nicht immer so einfach. Die beiden Kleinsten kann sie kaum aus den Augen lassen, der älteste Sohn leidet an einem Gendefekt und muss betreut werden. Kleinere Arbeiten schafft sie aber dennoch. „Die Kinder und ich haben die Tapeten runtergekratzt“, erzählt die 41-Jährige stolz.

 Als Nächstes soll das Bad für die älteren Kinder renoviert werden. Hier stößt die Familie nun allerdings an ihre Grenzen. „Alles muss raus und die Rohre müssen erneuert werden“, schildert die sechsfache Mutter die Lage. 

Die alte Badewanne, die für ihren 15-jährigen Sohn viel zu hoch ist, soll möglichst bald durch eine behindertengerechte Dusche ersetzt werden. „Momentan duscht er im oberen Bad. Aber dabei braucht er aber auch Hilfe, weil der Einstieg hier auch viel zu hoch ist.“

Ein Putzwagerl und ein Hoverboard
neben den Kosten für das Haus fallen auch andere Ausgaben an. So musste das Auto heuer bereits zweimal in die Werkstatt. Dennoch möchten die Eltern ein paar Weihnachtswünsche erfüllen. Die Zweijährige möchte ein „Putzwagerl“, der 15-Jährige Nähzeug. Ein Sohn ein Hoverboard. „Vielleicht können wir ein gebrauchtes günstig kaufen.“ Jetzt freuen sie sich aber erst mal, dass ihr letztjähriger Weihnachtswunsch in Erfüllung gegangen ist: ein neues Zuhause.