Geld für Miete, Klei­dung oder Brenn­holz

Der Ve­rein „IGF Se­nior*in­nen €“ un­ter­stützt äl­te­re Men­schen im Land­kreis Regen

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Foto: Stephanie Pilick/dpa

Von Nicole Ernst

Altersarmut – hinter diesem Wort verbirgt sich viel Leid: Es steht für Menschen, die, obwohl sie oft ihr ganzes Leben lang gearbeitet haben, kaum über die Runden kommen, denen Geld für Miete, Medikamente, Kleidung, Brennholz oder auch für Lebensmittel fehlt. Genau diesen Menschen möchte der Verein „IGF Senior*innen € e. V.“ im Landkreis Regen helfen.

„Schlimme Fälle gibt es direkt vor unserer Haustür“, sagt Marie-Luise Kolmer. Sie ist die Schatzmeisterin des Vereins und erzählt – gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Walter Kaunzner – im Gespräch mit unserer Mediengruppe von der Arbeit des gemeinnützigen Vereins.

Verein hilft schnell und unbürokratisch

„Wir helfen Senioren und Seniorinnen im Landkreis Regen. Schnell und unbürokratisch“, betonen die beiden. Erst kürzlich hat Kolmer wieder eine Frau aus dem Landkreis besucht. Die 82-Jährige hat laut Kolmer als Bedienung gearbeitet und ihre Tochter allein groß gezogen. „Das war in der damaligen Zeit bestimmt nicht einfach“, so Kolmer. Bei einem Unfall erlitt die Frau einen Wirbelbruch, später erkrankte sie noch an Knochentuberkulose. Das ist eine Infektion, bei der Tuberkel-Bakterien die Bandscheiben und Wirbelkörper angreifen. „Außerdem hat die Frau noch schweres Asthma.“ Die Rentnerin lebt allein, die Tochter wohnt zu weit weg, um die Mutter im Haushalt zu unterstützen. Putzen, Kochen oder Einkaufen gehen – das muss die 82-Jährige alles selbst erledigen, obwohl sie aufgrund ihrer Erkrankungen körperlich stark eingeschränkt ist. „Die Frau kann nur noch stark gebückt gehen und hat Schmerzen“, erzählt Kolmer. „Ein Antrag auf Pflegegeld wurde aber abgelehnt.“ Die Rente der 82-Jährigen liegt knapp über 865 Euro. Damit hat sie auch keinen Anspruch auf Grundsicherung. „Von der Rente gehen über 400 Euro für die Miete weg. Dann muss sie noch Strom, Essen oder auch Medikamente bezahlen“, zählt Kolmer auf.

Pandemie erschwert das Leben zusätzlich

Nachbarn versuchen, der Frau ein wenig unter die Arme zu greifen und ihr Arbeit abzunehmen. „Aber die stoßen auch an ihre Grenzen. Und die Coronapandemie macht es nicht leichter“, beschreibt die Schatzmeisterin des Vereins die Situation. Früher, vor Corona, da habe die Frau auch einfach mal versucht, im Ort eine Mitfahrgelegenheit in die Stadt zu bekommen – für einen Arztbesuch oder um Medikamente zu holen. Das ist jetzt nicht mehr möglich, denn die 82-Jährige soll möglichst wenig Kontakte haben.

Hilfe erhält die Frau vom Verein „IGF Senior*innen € e.V.“. So besucht Kolmer die alte Dame regelmäßig und fragt, was sie braucht. Außerdem habe man in Zusammenarbeit mit dem VdK noch einmal versucht, Pflegegeld zu beantragen. „Allerdings wieder ohne Erfolg“, bedauert Kolmer. Nun unterstützt der Verein die Frau finanziell. „Das erleichtert ihr den Alltag ein wenig.“

Auch Dr. Walter Kaunzner kennt viele ältere Menschen im Landkreis, die von einer geringen Rente leben müssen und auf die Hilfe des Vereins angewiesen sind. Kaunzner erzählt von einem Rentner, der ganz allein in einem bescheidenen Häuschen wohnt. Auch hier springt der Verein ein und unterstützt den Mann finanziell.

Ob mit einer neuen Waschmaschine, einem Trockner oder Geld für die dringend notwendige Autoreparatur – der Verein hat schon vielen Menschen geholfen. Erst kürzlich habe man beispielsweise einer Familie „die Rente vorfinanziert“ und Geld vorbeigebracht. „Die Frau hatte Tränen in den Augen.“

BU: Viele Senioren haben eine knappe Rente, das Geld reicht oft kaum zum Leben. Der Verein „IGF Senior*innen €“ unterstützt ältere Menschen im Landkreis Regen.