Sven­jas Her­zen­wunsch geht in Er­fül­lung

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Askan, ein Akita-Inu-Welpe, folgt Svenja auf Schritt und Tritt. Foto: Doris Zitzelsberger

Von Doris Zitzelsberger
Das Schicksal von Svenja, die im Alter von sechs Jahren an einer besonders tückischen Form von Knochenkrebs erkrankte, tapfer 14 Monate lang Chemo und anschließend die Amputation des linken Oberschenkels ertrug, berührte unsere Leser und löste eine ungeahnte Welle der Hilfsbereitschaft aus. Dank unserer Spendenaktion „Freude durch Helfen“ ist die Zehnjährige aus Grafenwiesen nun glückliche Besitzerin eines süßen Hundewelpen.

Seit drei Wochen sind Svenja und Askan – in Anlehnung an den Löwen Aslan aus „Die Chroniken von Narnia“ – unzertrennlich. Der Welpe folgt dem Mädchen auf Schritt und Tritt. Am liebsten spielen die beiden im Schnee Fangen, auch beim Schlittenfahren weicht das Hundebaby Svenja nicht von der Seite.
„Wie sind sprachlos
und überwältigt“
„Wir sind sprachlos und überwältigt“, sagt Svenjas Mutter Christina Jetz, während sie die vergangenen Wochen Revue passieren lässt. Zusätzlich zum Erlös aus „Freude durch Helfen“ drückten viele ihre Anteilnahme und guten Wünsche persönlich durch Geschenke, Karten, Besuche und Anrufe aus. „Manche brachten Spielzeug vorbei, Plüschtiere, andere einen Adventskranz, Plätzchen in Hundeform und vieles mehr.“
Geholfen wurde aber auch mit konkreten Tipps zur Anschaffung des geeigneten Hundes. Ein Therapiehund, wie ursprünglich erwogen, wäre nicht das passende Tier für Svenjas Bedürfnisse gewesen, erklärte ein Fachmann der Familie.
Denn, so Christina Jetz: „Ein Therapiehund ist spezialisiert auf höchste Ansprüche, wie sie etwa ein schwerbehinderter Mensch hat. Solche Hunde helfen beispielsweise Blinden, ihren Alltag zu bewältigen. Bei Diabetikern riechen sie, wenn der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist.“ Ein solches Tier wäre unterfordert gewesen bei Svenja, stattdessen riet der Experte zu einem Assistenzhund.
Akita Inu: Äußerst schlau und kinderlieb
Für die Ausbildung zum Assistenzhund eignet sich unter anderem ein Akita Inu, eine Rasse, die äußerst schlau und kinderlieb ist und häufig als Rettungshund eingesetzt wird. Ein entsprechender Welpe fand sich bei einem Züchter in Hauzenberg.
„Es war Liebe auf den ersten Blick“, blendet Christina Jetz auf den Tag vor rund drei Wochen zurück, als sie sich gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und Svenja auf den Weg machte, um das Hundebaby in Augenschein zu nehmen. Dichtes rötliches Fell, helle Augen, hellbraune Schnauze: Der tapsige Vierbeiner kuschelte sich an Svenja und für die Zehnjährige stand fest: „Der oder keiner!“
„Askan hält uns ganz schön auf Trab“, räumt Christina Jetz ein. Zurzeit schläft die 32-Jährige im Wohnzimmer – weil der Welpe noch nicht stubenrein ist und sie ihn zwei- bis dreimal in der Nacht raus lassen muss. Sobald er sechs Monate alt ist, startet die zweijährige Ausbildung zum Assistenzhund. Für die Altenpflegerin bedeutet das zusätzliche Fahrten und vermehrter Zeitaufwand.
Svenja geht jeden Tag
mit Askan Gassi
Das wirft die Frage auf: Wie schafft man das – als Mutter von vier Kindern, von denen das jüngste gerade Mal eineinhalb Jahre alt ist? „Wir haben schon ganz andere Dinge geschafft“, antwortet Christina Jetz: „Was wir jetzt haben, das ist positiver Stress. So fröhlich wie jetzt habe ich Svenja schon lange nicht mehr erlebt. Seitdem Askan bei uns lebt, ist sie sichtlich aufgeblüht und selbstbewusster geworden.“
Ein großes Dankeschön an alle Spender und Gönner
Und so bleibt nur eines übrig: Ein dickes Dankeschön zu sagen allen Spendern und Gönnern, die namentlich oder auch anonym einen Beitrag geleistet haben, damit Svenjas Herzenswunsch in Erfüllung geht.
Von dem Erlös der eingegangenen Spenden kann die Familie nicht nur Kauf und Ausbildung von Askan, sondern auch die künftig anfallenden Tierarztkosten begleichen. Und: Es bleibt sogar zusätzlich Geld für ein E-Bike – wegen ihrer Prothese kann die Viertklässlerin nicht mit einem herkömmlichen Rad fahren.
Ein Fahrradausflug gemeinsam mit ihrer Familie und Askan – Svenja freut sich schon aufs Frühjahr ...