Eine Spar­te steht vor dem Ab­grund

Freu­de durch Hel­fen will Kul­tur­bran­che in der Co­ro­na-Krise un­ter­stüt­zen

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Annette Vogel ist professionelle Tänzerin, auch für sie war das Jahr wie für viele nicht leicht. Foto: Margarirta Danderfer

Die Corona-Krise hat die Kulturbranche hart getroffen. Musiker, Kabarettisten und Tänzer haben erneut keine Bühne für Auftritte und Künstler keine Plattform, ihre Werke zu präsentieren. Freude durch Helfen möchte die gebeutelte Branche daher unterstützen.

Die vergangenen Monate waren für Kulturförderpreisträgerin und Tänzerin Annette Vogel, Inhaberin des gleichnamigen Tanztheaters, alles andere als leicht. Mit dem ersten Lockdown kamen die Probleme. Sie wurde krank, wollte sich testen lassen: „Mir wurde gesagt, ich soll einfach daheim bleiben.“ Wegen dieser einen Woche ohne Attest bekam sie später keine Ausgleichszahlung. Es folgten weitere Schwierigkeiten mit den Auszahlungen von Hilfen.

Mit den ersten Lockerungen wurde ein Hygienekonzept erarbeitet. Listen und Gruppen wurden erstellt, alles penibel desinfiziert. Doch die Bevölkerung war wegen der Lage verunsichert. „Für die Hälfte der Einnahmen hatte man oft die doppelte Arbeit.“ Während des derzeitigen Teil-Lockdowns würden weiter Beschwichtigungen gemacht werden. „Es wird gesagt, wir bekommen 5000 Euro für den Zeitraum von Dezember bis Juni 2021.“ Doch 5 000 Euro für acht Monate, wenn sie nicht arbeiten dürfe? Was die Regierung sage und was passiere, klaffe weit auseinander. „Ich lebe das gesamte Jahr von meinem Ersparten, damit ich Kunst produzieren oder Kinder unterrichten kann.“ Auch ein drittes Standbein könne sich Annette Vogel nicht so einfach aufbauen. Denn laut Steuerberater könne sie so ihren Künstlerstatus verlieren. „Dann kann es passieren, dass ich aus der Künstlersozialkasse rausfalle und auch die eventuelle Möglichkeit eines Zuschusses verliere.“

„Ich finde die Unterstützung von Freude durch Helfen super“, sagt Annette Vogel. Vielen Bürgern sei nicht bewusst, wie es im Moment um die Kulturbranche steht. Eine ganze Sparte sei dabei, abzusterben. „Vielen ist nicht klar, wie schön wir es in Europa haben.“

Annette Vogel macht gerade in anderen Bereichen gerade Praktika. 2021 werde sie wohl eine Ausbildung beginnen. „Im Theaterbereich möchte ich bleiben, aber ich kann nicht mehr davon leben.“ Für das eigene Leben müsse es trotz Corona-Pandemie und herben Veränderungen weitergehen.

Die Benefizaktion der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung arbeitet nach dem Patenprinzip. Betroffene wenden sich über einen Paten an die Aktion. Das ist nun auch für Künstler möglich, die wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr keine Einnahmen hatten. Der Pate fungiert als eine Absicherung und Entscheidungshilfe, damit die Spendengelder dort eingesetzt werden, wo sie am meisten gebraucht werden.

Die Aufgabe des Paten ist es, einen Sozialbericht zu verfassen, diesen gibt es unter www.freude-durch-helfen.de/hilfe-erhalten. In diesem Sozialbericht sollen die aktuellen Lebensumstände des Kulturschaffenden geschildert werden, damit das Geld da ankommt, wo Hilfe nötig ist. -red/lef-