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Wenn kein Besuch kommen darf, ist die Isolation in einem Altenheim gerade zur Weihnachtszeit schwer zu ertragen. Foto: Josef Heigl

Von Günther Glitschenstein

Roding. Kaum Taschengeld, kein WLAN, keine sozialen Kontakte – zermürbend gerade für ältere Menschen in Heimen ist derzeit der Alltag in Pandemie-Zeiten. Dabei hängt ihre Widerstandskraft gerade in Zeiten der Krise von der Qualität und Verlässlichkeit ihrer sozialen Beziehungen ab.

Als ehrenamtlicher Betreuer habe ich in den letzten Monaten die Erfahrung gemacht, dass die Menschen in der Isolation mit Depressionen, Lethargie, Appetitlosigkeit und anderen Symptomen reagieren. Als Spendenpate der Aktion „Freude durch Helfen“ kenne ich diese Ängste aus meiner Betreuertätigkeit, gerade in der Weihnachtszeit. Ansätze für Hilfestellungen gäbe es zur Genüge, aber es fehlt oft an Personal und an Geld. Ehrenamtliche können nicht mehr kommen, der Heimalltag ist eintönig für die Senioren und stressig für das Personal. Jahreszeittypische Aktivitäten entfallen teils ersatzlos.

Austausch übers Netz kann Folgen abfedern

Soziale Kontakte lassen sich nicht durch Kontakte im Internet ersetzen. Das Internet kann aber für Menschen nützlich sein, die auf unterschiedliche Weise beeinträchtigt sind, um sich mit Personen auszutauschen.

Ein Projekt der Aktion „Freude durch Helfen“ soll geeigneten Personen die Möglichkeit eröffnen, sich mit einem Tablet über das Internet zu informieren, zu unterhalten oder beispielsweise über Skype mit Angehörigen und Freunden oder auch dem Betreuer auszutauschen. Das Problem in den meisten Einrichtungen ist, dass es keinen WLAN-Anschluss auf den Zimmern gibt. Es müsste also für die in Frage kommenden Personen, neben der Beschaffung eines Tablets, ein zumindest befristeter Vertrag mit einer Telefongesellschaft abgeschlossen werden.

Taschengeld reicht nicht für Roland H., er lebt in einem Seniorenheim im Landkreis Cham. Als Bewohnerfürsprecher ist er sehr engagiert, muss aber selbst seit vielen Monaten sehr zurückgezogen auf seinem Zimmer leben. Er liest sehr viel, vermisst aber die sozialen Kontakte außerhalb des Seniorenheimes. Gerne würde er über die sozialen Medien ein paar Kontakte pflegen.

Keine WLAN-Verbindung im Altenheim

Da es im Heim kein WLAN gibt, müsste er einen Vertrag mit einer Telefongesellschaft abschließen. Dies kann er sich aber mit seinem kleinen Taschengeld nicht leisten. Ziel ist es, neben Roland H. zwei weiteren einsamen Menschen, die mit dem Internet umgehen können, so auszustatten, dass sie das Internet zur Unterhaltung und für soziale Kontakte nützen können. Damit sie in dieser schweren Zeit nicht so alleine sind. Die Spendenaktion „Freude durch Helfen“ will ihnen zu Weihnachten diesen Wunsch erfüllen.