Würdevolle Begleitung

Der Förderverein Palliativstation am Krankenhaus in Bad Kötzting erleichtert mit seinen Ideen den Aufenthalt für Patienten und Familienangehörige.
 
 
Von Doris Zitzelsberger
 
Bad Kötzting. So kurz vor Weihnachten, wenn vielerorts auf der Welt die Geburt Jesu gefeiert wird, werden Gedanken an den Tod nur allzu gerne verdrängt. Doch Vergänglichkeit ist ein Bestandteil des Lebens. Auf der Palliativstation des Krankenhauses in Bad Kötzting wappnen sich Patienten und Familienangehörige häufig für den letzten Abschied. Um sie während dieser Zeit bestmöglich zu unterstützen, leistet der Förderverein einen wichtigen Beitrag.
 
Seit 2008 gibt es den Förderverein Palliativstation. Gründungsmitglied und von Anfang an Geschäftsführerin der Organisation ist Brigitte Ertl. Dank Mitgliedsbeiträgen und Spenden habe der Verein bis heute rund 400.000 Euro zur Verfügung stellen können, erzählt sie. Das Geld fließt in Anschaffungen, die der Sachaufwandsträger nicht übernimmt.
 
Wie zum Beispiel den Ruheraum. Aktuell erinnern ein Kranzgebinde mit dicken roten Kerzen und einige dünnwandige Glaskugeln, die von der Decke baumeln, an die Adventszeit. Auf dem bequemen Sofa mit den bunten Kissen können sich Besucher kurz ausruhen, ein Buch zur Hand nehmen oder bei Bedarf auch übernachten. Mit Couch und Sesseln hat der Förderverein zudem die Patientenzimmer ausgestattet. „Am Anfang waren es sechs, mittlerweile gibt es zwölf Betten“, informiert Ertl. Dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins können wöchentlich frische Blumen in die Räume gestellt werden.
 
Zusätzlich zu den alltäglich anfallenden Pflegearbeiten bietet das Team auf der Palliativstation eine ganz besondere Wohltat an: Aromamassagen. Die Pflegefachkräfte wurden extra in der Handhabung unterrichtet – auch für solche Fortbildungen übernimmt der Verein die Kosten.
 
„Unsere Aromamassagen sind sehr beliebt“, berichtet Mitarbeiterin Ulrike Hacker und erklärt das Prinzip: „Zitrusdüfte wirken anregend, Lavendel beruhigt. Pfefferminze kühlt und manche Aromamischungen haben eine die Atmung stimulierende Wirkung.“
 
Nicht nur die Düfte werden von den Patienten als angenehm beschrieben. „Auch für das langsame Einmassieren der Öle und damit die sanften Berührungen auf der Haut sind die Menschen dankbar“, weiß Hacker.
 
Die größte Investition des Fördervereins steht aber noch bevor: ein „Garten der Stille“. Auf der Grünfläche, die direkt an die Palliativstation angrenzt, sollen breite Wege angelegt werden, damit Patienten in ihren Betten ins Freie geschoben werden können. Brunnen, Sitzgelegenheiten und Bepflanzungen sorgen für das passende Ambiente. „Die Kosten belaufen sich auf voraussichtlich rund 70.000 Euro“, gibt Ertl Auskunft. Ein Teil aus dem Erlös aus „Freude durch Helfen“ soll in diese Maßnahme mit einfließen.
 
Wie wichtig das Engagement des Fördervereins ist, betont nicht nur das medizinische Personal immer wieder aufs Neue. „Es sind vor allem die Reaktionen der zu pflegenden Menschen auf Station, die uns motivieren“, stellt Ertl fest. An eine Bemerkung denkt die Bad Kötztingerin häufig: „Vor Jahren besuchte ich eine Bekannte, die auf der Palliativstation lag, und sie sagte: ,So wie hier bin ich noch nie verwöhnt worden.’“