Mehr Ab­ho­ler, aber we­ni­ger Le­bens­mit­tel

Seit dem Aus­bruch des Ukrai­ne-Kriegs kommt die Vils­bi­bur­ger Tafel an ihre Gren­zen

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Jeden Donnerstag sortieren die ehrenamtlichen Helfer die Lebensmittelspenden. Freitags geben sie diese an Bedürftige aus. Foto: Matthias Sedlmeier

Von Matthias Sedlmeier

Vilsbiburg. Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen. Am härtesten trifft das diejenigen, die ohnehin schon in finanzieller Not sind und sich mit kleinem Geldbeutel durchs Leben kämpfen. Umso wichtiger ist in diesen Zeiten die Arbeit der Tafeln. In Vilsbiburg versorgt die Einrichtung der Diakonie Bedürftige mit Lebensmitteln. Doch auch die Tafel selbst ist auf finanzielle Hilfe angewiesen.


Das liegt vor allem an der gestiegenen Zahl der Bedürftigen, schildert Gabriele Hentschel, die die Tafel zusammen mit Brigitta Grünewaldt leitet. Jeden Freitag geben die ehrenamtlichen Helfer Lebensmittel an die Bedürftigen mit Tafelausweis aus. Vor einem Jahr kamen noch etwa 45 Abholer pro Woche zur Ausgabe, mittlerweile sind es rund 70. Viele von ihnen holen die Lebensmittel nicht nur für sich selbst, sondern für mehrere Familienmitglieder. Hentschel spricht deshalb von rund 200 Menschen, die in Vilsbiburg Hilfe von der Tafel erhalten. Einen großen Teil des Zuwachses würden dabei Geflüchtete aus der Ukraine ausmachen. Weil die Lebensmittel aber nicht mehr für alle Bedürftigen reichen, hatte die Tafel im Frühjahr einen Aufnahmestopp verhängt und stellt auch weiterhin keine neuen Tafelausweise aus.


Neben dem gestiegenen Bedarf macht der Tafel eine weitere Entwicklung zu schaffen: Von den Händlern erhalten sie weniger Lebensmittelspenden als früher, sagt Hentschel. Die Supermärkte überlassen der Tafel überschüssige Ware, die ansonsten entsorgt werden würde. Die Fahrer der Tafel holen diese jeden Donnerstag bei Lebensmittelhändlern in Vilsbiburg, Velden, Bodenkirchen aber auch aus Landshut ab. Dazu kommen noch vereinzelt Lebensmittelspenden von Privatleuten.

Weihnachtsaktion mit Gutscheinen für Kinder
Das reicht jedoch nicht mehr für alle Bedürftigen aus. So kauft die Vilsbiburger Tafel seit Früjahr dieses Jahres selbst Produkte wie Nudeln, Konserven, Speiseöl oder auch Waschpulver ein, um die Abholer versorgen zu können. Auch die gestiegenen Kosten für Strom, Heizung und Sprit belasten die Tafel zusätzlich.


Die Einrichtung ist deshalb auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Tafelleiterin Gabriele Hentschel möchte die Spenden aus der Aktion „Freude durch Helfen“ neben den Lebensmitteleinkauf auch für eine Weihnachtsaktion nutzen. Am letzten Ausgabetag vor Heiligabend plant sie, den Kindern der Abholer eine kleine Freude zu bereiten – mit Gutscheinen für einen Vilsbiburger Spielzeugladen.