Sein großer Wunsch: ein Trep­pen­lift

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Peter Bode und seine Frau Anita. (Foto: Gmeinwieser)

Ein Aneurysma macht Peter Bode zum Pflegefall – Er kämpft um mehr Selbstständigkeit

Von Andrea Gmeinwieser

Grafenwiesen. Der Tag, der das Leben von Peter Bode aus Grafenwiesen (Landkreis Cham) von einem auf den anderen Tag vollkommen auf den Kopf stellt, ist ein Samstag im Sommer 2016. Bis dahin ist der damals 58-jährige gebürtige Duisburger ein lebensbejahender, tatkräftiger Mann ohne gesundheitliche Beschwerden.

Als das Schicksal am 2. Juli vergangenen Jahres erbarmungslos zuschlägt, ist der dreifache Vater und Inhaber eines Computerfachgeschäfts in Bad Kötzting, am Steuer seines Autos sitzend, zusammen mit Ehefrau Anita und den beiden Söhnen Matthias und Tobias auf der Heimfahrt vom Rodinger Volksfest. Urplötzlich wird ihm „schwarz vor den Augen" und er weiß sofort: „Ich kann nicht mehr fahren, es geht nicht." Wie durch ein Wunder schafft er es, ohne einen Unfall auf der viel befahrenen B 20 zu verursachen, am rechten Fahrbahnrand anzuhalten.

Seine Familienangehörigen legen Peter Bode auf die nahe Böschung – und nun hat der große, stattliche Mann Glück im Unglück. Zuerst hält eine Krankenschwester an und erkennt den Ernst der Lage. Kurz darauf kommt auch noch ein Arzt vorbei, der sofort eine Erstversorgung in die Wege leitet. Im Sanitätswagen verliert er dann das Bewusstsein. Nach dem Anfangsverdacht „Herzinfarkt" bringt das CT im Krankenhaus Cham die Ursache ans Licht:

Ein geplatztes Aneurysma im Kleinhirn. Sofort reagieren die Ärzte. Noch in der Nacht zum Sonntag wird der Patient mit dem Hubschrauber in die Universitätsklinik nach Regensburg geflogen. Künstliches Koma, Operation – der Kampf um Peter Bode entwickelt sich zum Drama, als immer wieder Komplikationen auftreten. Nach zwei Wochen wird er langsam aus dem Koma zurückgeholt, kommt nach der Entlassung aus der Uniklinik zur Rehabilitation in das Bezirksklinikum Regensburg.

Als Peter Bode am 9. Februar 2017, nach mehr als sieben Monaten, wieder nach Hause zurückkehren kann, ist er ein Pflegefall, kann kaum sprechen, sitzt im Rollstuhl, in dem er es anfangs nur eine halbe bis eine Stunde täglich aushält. Ehefrau Anita übernimmt die Pflege ihres Mannes – nach Kräften unterstützt von ihren Kindern. Heute, fast auf den Tag genau zehn Monate nach seiner Klinikentlassung, zeigen Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie erste Erfolge.
Der mittlerweile 60-Jährige kann seinen rechten Arm nebst Hand gebrauchen, die Sprache ist wesentlich besser geworden, aber im Rollstuhl sitzt er nach wie vor. Viel liegt ihm daran, wieder beweglicher zu werden – und er möchte „so gerne" wieder baden. Doch das geht derzeit nicht. Weder das geräumige Badezimmer im ersten Stock noch das kleine Bad im Erdgeschoss des nach wie vor nicht vollständig fertigen Hauses sind behindertengerecht ausgebaut.

Und weil ohne geeignetes Etagentransportmittel keine Möglichkeit besteht, ihn in das ebenfalls oben gelegene Schlafzimmer zu verbringen, muss Peter Bode im kleinen, ehemaligen Hauswirtschaftsraum schlafen, wo ein Spezialbett eingerichtet wurde.

Ein Treppenlift würde eine „große Erleichterung" im Alltag mit sich bringen, sagt Anita Bode, die mittels Babyphon über den Schlaf ihres Mannes wacht. Natürlich gibt es für Umbauten einen Festzuschuss durch die Pflegekasse, der reicht aber keinesfalls für alle Maßnahmen aus.

Um die Haushaltskasse – neben einer kleinen Rente erhält die Familie Pflegegeld – aufzubessern, geht Anita Bode samstags putzen. „Mein Peter ist ein richtiger Kämpfer", stellt sie fest und hofft, dass „alles einfach besser wird" – und ihrem Mann gelingt ein Lächeln.