Freu­de durch Hel­fen

Die Ak­ti­on will Maria Mag­da­le­na einen Be­such im Bau­ern­thea­ter er­mög­li­chen

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Maria-Magdalena würde sich riesig über einen Theaterbesuch freuen. Foto: Glitschenstein

Von Günther Glitschenstein


Roding. Die Uhr tickt. Je älter ein Mensch wird, desto schwächer wird er. Die Erfüllung der Alltagsgeschäfte zu Hause wird immer mehr zur Belastung. Der Körper sträubt sich gegen die Dynamik vergangener Tage, und der Geist ist oftmals nicht mehr so scharf wie zur Blütezeit des Lebens. Fehlt die Unterstützung durch Angehörige, bleibt oft nur der Weg in ein Altenheim. Wer ins Altenheim kommt, will sich aber nicht abgeschoben fühlen und irgendwann vergessen werden. Die Angst vor der Einsamkeit ist da.


Selbst kleine Dinge oft nicht bezahlbar
Als Spendenpate der Aktion „Freude durch Helfen“, selbst ehrenamtlicher rechtlicher Betreuer, kenne ich diese Ängste aus meiner täglichen Arbeit. Insbesondere in der Weihnachtszeit verspüren viele Heimbewohner eine gewisse Weihnachtsdepression. Das Personal der Pflegeeinrichtungen bemüht sich sehr um ihre Bewohner, weil sie diese Depressionen, Sorgen und Nöte sehr gut kennen. Ansätze für Hilfestellungen gäbe es zur Genüge, aber es fehlt oft an Personal und an Geld. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass es Menschen in unseren Alten- und Pflegeheimen gibt, die sich nicht einmal selbst zu zahlende Schnupfenmittel leisten können. Apotheken fragen bei mir an, ob sie ein Vitaminpräparat oder ein Nasenspray ausliefern dürfen. Ambulante Fahrten zum Arzt, von Senioren ohne Pflegegrad, müssen selbst bezahlt werden und das bei einem monatlichen Taschengeld von circa 114 Euro.


Ist ein Senior Raucher, hat er ganz schlechte Karten, sodass er auch bei seinen selbst zu zahlenden Pflegemitteln und Friseurbesuchen streng sparen muss. Das ist Alltag, insbesondere bei Bewohnern, die noch rüstig sind und noch keinen Pflegegrad haben.


Zum 22. Mal jährt sich heuer die Aktion „Freude durch Helfen“ der Zeitungsgruppe Starubinger tagblatt/Landshuter Zeitung. Ziel ist es, kleine Hilfestellungen und Lebenserleichterung für die Bedürftigsten zu geben. Kleine Wünsche sollen erfüllt werden, die sie sich selbst nicht mehr erfüllen können und die in der Regel mit hohem pflegerischen Aufwand verbunden sind. Die Aktion will auf diese Schicksale wieder aufmerksam machen. Helfen, wobei es nicht um die Höhe des Betrages geht, sondern um das Zeichen der Aufmerksamkeit, wie Professor Dr. Martin Balle sagt. Diese alten und kranken Menschen haben keine großen, teuren Wünsche mehr.


So mancher würde wahrscheinlich darüber nur lächeln. So wollte eine Seniorin in den letzten Jahren noch einmal in den Zirkus, eine andere Schloss Neuschwanstein sehen, eine ganz lustige Frau wünschte sich einen Besuch im Bauerntheater und eine blinde Frau wollte gerne einem Weihnachtskonzert der Regensburger Domspatzen beiwohnen. Fürstin Gloria von Thurn und Taxis hieß sie im letzten Jahr persönlich herzlich willkommen. Alle diese kleinen Wünsche konnten durch die Spendenaktion „Freude durch Helfen“ erfüllt werden.


Maria-Magdalena wünscht sich einen lustigen Abend
Auch heuer kann ein kleiner Wunsch erfüllt werden. Maria-Magdalena ist eine lebenslustige Frau die seit 2007 in einem Pflegeheim in Roding lebt. Sie ist in Garten bei Runding, wie sie erzählte, geboren. Sie arbeitete viele Jahre in Chamerau und später in einer Wäscherei in Roding. Sie liebt die Musik und das volkstümliche Theater. Zu ihrem Hobby zählt sie die Gymnastik und Karten spielen. Bei kleinen Festlichkeiten im Heim tanzt sie auch gerne. Lustige Filme sieht sie ebenfalls gerne, leider fehlt ihr noch ein DVD-Player. Das Taschengeld ist knapp und ihr Bewegungskreis begrenzt.
Sie hofft deshalb auf eine kleine Weihnachtsspende,um ins Bauerntheater nach Regensburg gefahren werden zu können. Auf dem Programm steht „Koa Engl ohne Sünd’t.“ Das wäre für Maria-Magdalena eine wunderbare weihnachtliche Freude.