Ein „rich­ti­ges“ Ge­schenk

Eine Weih­nachts­über­ra­schung für be­hin­der­te Men­schen ohne Fa­mi­lie

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von Michaela Sturm

Das Leben in der Wolfgang-Spießl-Wohnstätte und im Augustin-Maierhofer-Wohnheim gleicht einer großen Gemeinschaft. In den beiden Wohnheimen für Menschen mit geistiger Behinderung in Cham haben die Mitarbeiter der Behindertenwerkstätten Oberpfalz in Cham und Bad Kötzting ein Zuhause, auch dann noch, wenn sie ihr Arbeitsleben längst hinter sich haben. Nur an Weihnachten trennen sich meist ihre Wege.


Während die einen die Festtage bei der Familie verbringen und dort oft reichlich beschenkt werden, bleiben manche zurück in den Wohnheimen – und können sich nur selbst beschenken.

Gerade ihnen will Bernhard Reiser, Leiter der beiden Wohnheime, in diesem Jahr eine besondere Freude machen: Einmal ein „richtiges Geschenk“ zu Weihnachten, eines, dass sie sich nicht selbst besorgt haben, womöglich mittels Gutschein für Bedürftige. Das ganze Jahr über seien alle durch die Beihilfe, die der Bezirk zahlt, gut versorgt, sagt Reiser. Aber ein Weihnachtsgeschenk sieht das Budget nicht vor. Das wäre ein „Zuckerl“.


„Vor Weihnachten ist für unsere Bewohner eine hochemotionale Zeit, vor allem für die, die keine Angehörigen mehr haben“, beschreibt Reiser.


Zwar würden alle Mitarbeiter versuchen, den Advent und die Feiertage in den Wohnheimen so gemütlich und feierlich wie möglich zu gestalten. In der Woche vor Weihnachten, wenn noch alle zusammen sind, findet eine gemeinsame Weihnachtsfeier statt. An Heiligabend bereite man den verbliebenen Bewohnern dann ein Fest, so wie sie es sich wünschen. Aber die Familie kann all das nicht ersetzen.


Deshalb will Reiser jenen, die Weihnachten im Wohnheim verbringen – meist sind es Senioren, heuer eine kleine Überraschung bescheren. Die Geste ist da womöglich mehr wert als das Geschenk selbst. Freude durch Helfen will dies mit einer Spende unterstützen.


Bedacht werden sollen auch Kinder mit einer meist geistigen Behinderung.
Die Bildungsstätte Sankt Gunther in Cham begleitet sie von klein auf ins Leben und fördert ihre Stärken, die sich manchmal hinter dem Handicap verstecken. Die Kinder der Grundschulstufe haben dafür einen speziellen „Fuhrpark“. Mit Kettcars, Tretbulldogs und Dreirädern schulen sie ihre Koordination und Motorik, lernen Regeln einzuhalten und können einfach nur ihrer Spiel- und Bewegungsfreude freien Lauf lassen. Schließlich ist Sankt Gunther eine Tagesstätte, in der die Kinder nicht nur ihre Schul-, sondern auch viel Freizeit verbringen.


Nach einem Umbau in der Bildungsstätte und damit einhergehenden erweiterten Brandschutzauflagen braucht der Fuhrpark eine neue Garage, wo die kleinen Fahrzeuge weiterhin geschützt parken können. und damit auch künftig genutzt werden können. Auch dieses Vorhaben soll eine Spende unterstützen.