Ein Lä­cheln ins Ge­sicht zau­bern

Kor­ne­lia Kling­beil-Kno­del ist Be­hin­der­ten­be­auf­trag­te mit Leib und Seele

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Kornelia Klingbeil-Knodel mit eingen Behinderten beim Frühstück im Weltladen. Foto: privat

Von Oliver Grimm

Plattling. Als CSU-Stadträtin ist Kornelia Klingbeil-Knodel auch Behindertenbeauftragte der Stadt Plattling. Bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020 tritt sie zwar nicht mehr an, dennoch möchte sie gerne die Arbeit mit den Behinderten weiterführen, wenn auch nicht als offiziell Bestellte. Dennoch wäre sie hierzu auch künftig bereit, wenn vonseiten des Stadtrats die Zustimmung hierfür kommen würde. Die offene Behindertenarbeit jedoch wird Klingbeil-Knodels Steckenpferd bleiben – denn das macht sie mit voller Hingabe. „Es ist das Schönste auf der Welt, Menschen, die ein Handicap haben, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“, sagt sie.

Offiziell eingebunden in die Behindertenarbeit ist Kornelia Klingbeil-Knodel seit 2014, privat schon länger, denn ihr Sohn Andreas hat ein solches Handicap. Mittlerweile ist er 32 Jahre alt. Er arbeitet in der Lebenshilfe in Deggendorf und wohnt in einer der Wohngruppen im dortigen Wohnheim. Durch Andreas hat Klingbeil-Knodel einen Einblick in das Leben behinderter Menschen bekommen und gesehen, wie schwierig so manches ist.

Unterstützung und Netzwerke sind in der Behindertenarbeit das A und O. Viel Zeit opfert die Beauftragte für ihren ehrenamtlichen Job, dennoch ist ihr die Arbeit nie zu viel. Auch nimmt sie laufend Orte in ihrer Heimatstadt Plattling ins Visier, um diese auf Barrierefreiheit zu prüfen – einiges wurde bereits umgesetzt.

Die Höhepunkte ihrer Arbeit jedoch sind die Freizeitaktivitäten, welche sie mit ihren Schützlingen unternimmt: Kaffeetrinken, Eis-, Pizza- und Pastaessen, Kinobesuche, eine Schifffahrt sowie diverse weitere Exkursionen. Ein Projekt, das es bereits seit etwa 2010 gibt, ist die Schreibwerkstatt. Sieben behinderte Menschen bringen hier ihre Erlebnisse aller Art zu Papier. Sie haben die Liebe zum Lesen und den Büchern entdeckt. Es wurde sogar mit Wort und Bild dokumentiert, als Pizzas gebacken wurden. „Ein äußerst interessantes Projekt“, wie Klingbeil-Knodel verlauten lässt. So wurde erst kürzlich die Stadtbücherei besucht, weitere Besuche sind geplant.

Was im kommenden Jahr geplant ist, sind eine weitere Schifffahrt auf der Donau sowie eine Fahrt in den Bayerischen Landtag zu Staatsminister MdL Bernd Sibler. Auch die Menschen mit Handicap seien politisch interessiert, weiß Klingbeil-Knodel. Immer wieder, wenn die Behindertenbeauftragte die Wohnheime der Lebenshilfe in Deggendorf und Plattling betritt, hört sie die Frage „Mach ma wieder was?“. Und sie macht wieder was mit ihnen, so viel steht fest. Einer der größten Wünsche ist ein Besuch des Gut Aiderbichl bei Salzburg. Den hat sie bereits notiert.