Das letz­te Hobby

Do­mi­nik Han­ko­fer be­nö­tigt eine Au­gen­steue­rung, um sei­nen Lap­top zu be­die­nen

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Niemand muss schwere Zeiten alleine durchstehen: Ottilie Zisler freut sich immer über den Besuch der ehrenamtlichen Hospizbegleiterin Agnes Niebler. Foto: Andrea Macht

Von Sebastian Schmid


Wallersdorf. Dominik Hankofer leidet unter Muskeldystrophie. Die unheilbare Krankheit zerstört die Muskelzellen und raubt den Betroffenen jede Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. Bei Dominik ist der Muskelschwund bereits weit fortgeschritten und macht die meisten Freizeitaktivitäten unmöglich. Um wenigstens noch seinen Laptop bedienen zu können, benötigt er eine Augensteuerung. „Freude durch Helfen“ will die Anschaffung mit eine Spende unterstützen.


Im Internet surfen, Filme schauen oder die neuesten Spiele ausprobieren, einen Laptop zu benutzen, ist für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit geworden. Nicht so für Dominik Hankofer. Seine Hand- und Armmuskulatur ist zu schwach, um eine Maus zu führen oder Tasten zu drücken. Früher war er noch in der Lage, einen Controller zu halten und sich mit seinen X-Box-Spielen von der unheilbaren Krankheit abzulenken und ein paar schöne Momente zu erleben. Auch diese Beschäftigung hat ihm die heimtückische Krankheit genommen. Bis vor zwei Jahren arbeitete er noch in den Landshuter Werkstätten in Landau. „Wir haben Gummidichtungen verpackt und sortiert“, berichtet Dominik. Die Arbeit hat ihm gut getan, ihm dabei geholfen, auf andere Gedanken zu kommen und sich besser zu fühlen. Jetzt reicht die Kraft gerade noch, um mit einem kleinen Hebel seinen elektrischen Rollstuhl zu steuern. Mit dem Laptop Filme schauen und im Internet stöbern, ist das letzte Hobby, das dem 24-Jährigen noch geblieben ist.


„Mit der Augensteuerung könnte ich den Laptop allein bedienen“, erklärt Dominik sein Anliegen. „Dann wäre ich dafür nicht mehr auf Hilfe angewiesen.“ Das Herzstück des Systems ist die Software, die die Augenbewegung des Benutzers mit Hilfe einer Kamera erfasst und an das Kommunikationsprogramm weitergibt. Auf dem Bildschirm des Laptops erscheinen Symbole, durch die man den Computer steuern kann. Fixiert man eines der Symbole mit den Augen, wird ein Mausklick ausgelöst und die enstprechende Aktion wird gestartet. Eine gewöhnliche Maus oder ein Touchpad werden überflüssig.


Momentan hilft ihm seine Mutter Barbara Hankofer beim Bedienen des Computers. Da sie berufstätig ist und den Unterhalt der Familie sichert, kann sie nicht immer zur Stelle sein. Dann hat Dominik keine Chance: einen Film anschauen oder im Internet surfen, sind für ihn unmöglich. Der 24-Jährige ist bei vollem Bewusstsein in seinem Körper eingesperrt, ohne die Möglichkeit auf Ablenkung oder Zerstreuung. In diesen Phasen fühlt er sich einsam und isoliert. So gut er kann, versucht er gegen die depressiven Episoden anzukämpfen. Selbstständig seinen Computer steuern zu können, würde ihm einen kleinen Lichtblick verschaffen und ihm helfen, nicht in Depressionen zu versinken. Die Anschaffung der Augensteuerung würde die Familie finanziell überfordern. Rund 14 000 Euro kosten Kamera, Software und Montage. „Freude durch Helfen“ will mit einer Spende einen Beitrag dazu leisten.