„Da­mit der Mann nicht mehr auf dem Fuß­bo­den schla­fen muss“

Orts­ver­ein des VdK un­ter­stützt Men­schen in Not - Fa­mi­li­en und Al­lein­ste­hen­de be­trof­fen

Von Ellen Kellerer

Mainburg. „Wir haben dem Mann eine Beihilfe gewährt, damit er wenigstens nicht auf dem Fußboden schlafen muss“, berichtet Uwe Schnetter aus seiner Arbeit. Der Ortsvorsitzende des Mainburger Sozialvereins VdK ist Ansprechpartner nicht nur für seine 880 Mitglieder, sondern kümmert sich mit seinem Verein auf Antrag auch um immer mehr in Not geratene Menschen in und um Mainburg. Die Aktion „Freude durch Helfen“ unterstützt heuer den Mainburger VdK, damit dieser noch mehr Menschen vor Ort helfen kann.

„Die Beihilfen sind nicht üppig, meist nur bis 200 Euro, wobei der Kreisverband noch einmal den gleichen Betrag drauflegt - aber er lindert oft die größte Not“, sagt Uwe Schnetter.

Als Beispiel nennt er den 59-jährigen Mann, der unverschuldet durch Krankheit nicht mehr arbeiten konnte. Netto hat er im Monat 759 Euro zur Verfügung, davon muss er alle Kosten, auch seine Miete, bestreiten. Geschlafen hat der Mann bisher nur auf einer Matratze auf dem Boden, weil er sich einfach kein Bett leisten konnte. Mit der Beihilfe vom VdK soll jetzt ein solches für den kranken Mann angeschafft werden.

Ein anderer „Fall“, ist eine 51-jährige alleinerziehende Mutter, die von 895 Euro im Monat auch noch ihren noch minderjährigen Sohn durchbringen muss. Hier reicht das Geld nicht für Heizung und Strom. Uwe Schnetter und seine Mitstreiter im Verein prüfen gerade den Antrag der Frau, die selbstverständlich erst ihre Einkommensverhältnisse vorlegen muss, bevor ihr Beihilfe gewährt werden kann.

Wie kommt es aber, dass immer mehr Menschen, gerade, wenn sie alleinerziehend sind, in Not geraten? Uwe Schnetter berichtet aus seiner Arbeit, dass diese Situation meist nicht von Heute auf Morgen eintritt. „Oft häufen sich Schulden an, weil das monatliche Einkommen nicht einmal reicht, um die laufenden Kosten zu bezahlen, wie etwa eben Strom oder Heizung“. Der VdK finanziert damit mit seinen Beihilfen meist nicht nur „Sonderanschaffungen“ wie etwa eine neue Waschmaschine, wenn diese den Geist aufgibt, sondern immer mehr werden die Beihilfen dafür verwendet, damit die Betroffenen gerade im Winter nicht im Kalten und Dunklen sitzen müssen.

Aber auch Familien kann die Not treffen, wie das Beispiel einer 32-jährigen Mutter von zwei Vorschulkindern zeigt. Sie hat zwar einen Lebensgefährten, der aber ist wie die Frau, die schwerbehindert ist, ebenfalls durch eine Behinderung gehandicapt. Beide kommen finanziell einfach nicht um die Runden, bräuchten jetzt aber dringend Winterkleidung für die beiden kleinen Kinder. Auch hier springt der VdK ein, „aber es ist eben nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, bedauert Uwe Schnetter.

Wie groß die Not oft ist, sieht man den Leuten nicht an, aber man merke deutlich den Zulauf etwa bei der Weihnachtsfeier, zu der im vorigen Jahr über 100 Mitglieder kamen. Für sie gibt es einen Verzehrgutschein, der ebenso dankbar angenommen wird, wie das Sommerfest, das großzügigerweise vom örtlichen REWE-Markt unterstützt wird, wie sich Uwe Schnetter freut. Auch das Faschingskranzl der Narrhalla Mainburg ist für viele der VdK-Mitglieder eine willkommene Abwechslung zum Alltag und soll unbedingt beibehalten werden, sagt der VdK-Chef.

Und dann ist da natürlich noch die umfangreiche kostenlose Beratungstätigkeit für seine Mitglieder, die der VdK vor Ort leistet. Jeden Dienstag gibt es im Rathaus vor Ort nach Anmeldung Hilfe und Rat, sei es bei Rentenanträgen, zur Pflegeversicherung, im Schwerbehindertenrecht, zur Krankenversicherung, oder in Sachen Sozialhilfe. Auch die Kriegsopfer- und Soldatenversorgung ist (noch) ein Thema beim VdK, der ja immer noch der „Verband der Kriegsversehrten“ ist, aber - da auch im Mainburger Verein nurmehr zwei Kriegsteilnehmer sind - immer mehr zum Sozialverband wurde und diesen Begriff jetzt auch im Namenszusatz führt.

Auch um die Alterssicherung für Landwirte kümmert sich der VdK im Übrigen, eine wichtige Aufgabe, die er zudem im ländlichen Raum erfüllt.

72 Euro Jahresbeitrag leisten Mitglieder im VdK, doch nur 4,80 Euro davon verbleiben pro Mitglied im Ortsverein, sagt Uwe Schnetter. Also lebt der Verein praktisch hauptsächlich von Spenden, darunter auch aus der jährlichen Sammelaktion „Helft Wunden Heilen“, für die sich Schnetter mehr Sammler, aber auch mehr Geber wünschen würde, um Beihilfen üppiger ausfallen lassen zukönnen.Und schließlich gibt es auch eine kleine finanzielle Unterstützung im unteren Eurobereich für VdK-Mitglieder, die dem Verein schon lange treu sind, sowie für betagte Geburtstagsjubilare, und nicht zuletzt bei einem Todesfall eines VdK-Mitglieds, bei dem die Hinterbliebenen 30 Euro ausbezahlt bekommen.