„Auf der Suche nach be­zahl­ba­rer Woh­nung“

Job­cen­ter über­nimmt Miete nach Tod des Ehe­manns nur noch teil­wei­se

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Ein Mietvertrag liegt mitsamt Wohnungsschlüssel auf einem Tisch. Maria H. würde sich auch wünschen, endlich eine bezahlbare Wohnung zu finden, da sie nach dem Tod ihres Mannes die Miete für ihr jetziges Zuhause nicht mehr stemmen kann. Foto: dpa

Von Franziska Groll


Wer jemals einen geliebten Menschen verloren hat, der weiß: Die Zeit der Trauer ist lange, schwer und zehrt an den Kräften. Kommen dazu noch Geldsorgen und die Angst davor, das eigene Zuhause zu verlieren, lässt sich nur erahnen, was dieser Mensch durchmachen muss. Einer dieser Menschen ist Maria H. (Name geändert) aus dem nördlichen Landkreis Straubing-Bogen – das ist ihre Geschichte.


Es ist im Frühjahr diesen Jahres, als sie ihren Ehemann für immer hergeben muss. Nach langer Krankheit stirbt er im Alter von nur 53 Jahren. Er litt an Speiseröhrenkrebs, in seinem Kopf hatten sich bereits Metastasen gebildet. Für ihn gab es keine Rettung mehr.

Auch Maria H. selbst ist gesundheitlich angeschlagen. Aufgrund von Problemen mit ihrem Herzen wurden ihr bei einer Operation vor zwei Jahren drei Bypässe gelegt. Als wäre das alles nicht schon genug, muss sie nun auch noch um ihr Zuhause bangen. Denn seit ihr Mann tot ist, kann sie die Miete nicht mehr bezahlen.


Das Ehepaar lebte 20 Jahren lang in einem kleinen Haus im nördlichen Landkreis, für die Miete bezogen sie aufgrund ihrer prekären Situation Geld vom Jobcenter. Da Maria H. nach dem Tod ihres Mannes nun aber alleine in dem Haus wohnt, wird die Miete nur noch teilweise übernommen.

Strenge Vorgaben für Zahlungen des Jobcenters
Die Regularien schreiben genau vor, wie viel Wohnraum eine Person benötigt – und dann durch das Jobcenter finanziert wird. Die Fläche des kleinen Mietshauses überschreitet allerdings die Quadratmeterzahl, die für eine Person vorgesehen ist. Das Jobcenter zahlt daher nur noch so viel wie in den Regularien festgelegt ist: nämlich den Wohnraum für eine Person – den Rest muss Maria H. draufzahlen. Die Witwenrente, das kleine Gehalt aus ihrem Geringverdienerjob und die aufstockenden Sozialleistungen reichen dafür nicht aus.


Nach dem Tod ihres Mannes und den damit einhergehenden Kosten, wie für Behördengänge und die Bestattung, bildet sich eine finanzielle Lücke. Ein Mietrückstand von insgesamt 400 Euro entsteht. Maria H. bemüht sich darum, regelmäßig kleinere Beträge an die Vermieterin zu zahlen, um die Schulden zu begleichen.


Beistand bekommt Maria H. von einer Sozialhelferin. Sie erklärt, dass Maria H. es besonders am Herzen liege, dass die Mietzahlungen nicht unterbrochen werden. „Vor allem, weil sie schon so lange in dem Haus wohnt und ein recht gutes Verhältnis zu ihrer Vermieterin pflegt“, sagt die Sozialhelferin. Doch durch die regelmäßigen Rückzahlungen hat Maria H. keinen finanziellen Puffer für unvorhersehbare Ausgaben mehr.#


Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche
Maria H. ist bewusst, dass sie nicht länger in dem Haus wohnen kann, in dem sie so viel Zeit mit ihrem Ehemann verbracht hat. „Sie ist bereits auf intensiver Suche nach einer kleineren, bezahlbaren Wohung“, sagt die Sozialhelferin. Doch das ist alles andere als einfach: Zum einen gestaltet es sich schwierig, eine Wohnung im Umkreis zu finden, die Maria H. mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln finanzieren kann, zum anderen würde sie gerne im nördlichen Landkreis bleiben, da ihr die Nähe zu ihrem Sohn, ihrer Schwiegertochter und ihren drei Enkelkindern sehr wichtig ist.


Mit einer Spende an die Weihnachtsaktion „Freude durch Helfen“ der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung können Sie Maria H. finanziell unterstützen.