Ein Zei­chen der So­li­da­ri­tät

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Stellten den Hauptpreis – einen Mazda CX-30 – vor (v.l.): Autohausinhaber Stefan Schindlbeck, Bürgermeister Dr. Albert Solleder und Initiator Josef Stelzl. Foto: Claudia Karl-Fischer

Straubinger Adventskalender geht in die 14. Runde – Erlös für „Freude durch Helfen“

 

Die Aussicht auf tolle Preise und gleichzeitig unkompliziert und unbürokratisch helfen – das ist seit mittlerweile 14 Jahren das Konzept des Straubinger Adventskalenders. Und auch wenn die Vorweihnachtszeit heuer wegen der Corona-Pandemie wohl ganz anders ausfällt als normalerweise: der Kalender bleibt eine Konstante in der staaden Zeit.

 

Trotz Corona-Maßnahmen könne die traditionelle Aktion stattfinden, erklärte Initiator Josef Stelzl am Montag bei der Vorstellung des Hauptpreises – ein Auto, gesponsert vom Autohaus Schindlbeck. Der Losverkauf wurde dementsprechend vorbereitet. Lose können heuer an verschiedenen Verkaufsstellen gekauft werden. Ausgefüllt werden dürfen sie vor Ort aber nicht. Für Stelzl war immer klar, dass wenn eine Möglichkeit besteht, er den Adventskalender aufbauen wird. „Die Resonanz von allen Seiten ist sehr gut.“ Sponsoren, Geschäftsleute und jeder, der sonst immer mitmache, war auch heuer gleich mit dabei. „Das ist wirklich gut.“

Der Adventskalender sei ein Zeichen, auch in der schweren Zeit zusammenzuhalten. „Solidarität zeigen, auch in der Corona-Zeit, das ist für mich ganz wichtig.“ Denn auch in dieser gebe es genügend Menschen, die in Not sind. „Wir wollen ein Zeichen setzen, nicht nur in der guten Zeit da zu sein.“ Eine einstimmige Entscheidung aller.

„Identifikation der Bürger mit dieser Idee ist hoch“

„Der Kalender ist eine wunderschöne Idee, die gut funktioniert“, bestätigte Oberbürgermeister Markus Pannermayr. „Die Identifikation der Bürger damit ist hoch.“ Den Adventskalender zeichnet neben den wertigen Preisen vor allem der gute Zweck aus, der mit den Einnahmen unterstützt wird. „Die Menschen wissen: Hier kommt die Hilfe schnell und unbürokratisch in der Region an“, sagte Pannermayr. Er geht außerdem davon aus, dass Corona-bedingt der Hilfsbedarf in der Region wohl noch größer sein wird als sonst. „Da bin ich froh, dass der Adventskalender wie gewohnt stattfinden kann.“ Er selbst kaufe keine Lose, sagt Pannermayr lachend. „Schon alleine, weil ich in die Organisation involviert bin.“

Bürgermeister Dr. Albert Solleder sagte, der Adventskalender stehe für ihn für drei wichtige Dinge: „Die 24 Türchen symbolisieren Geduld und den Blick in die Zukunft – auf den 24. Dezember. Der gesamte Straubinger Adventskalender steht außerdem für Zusammenhalt.“

Josef Stelzl ist guter Dinge, dass die Leute auch heuer viele Lose kaufen werden. Man müsse einfach schauen, ob die Leute es so annehmen. „Ich glaube schon, dass die Leute Lose kaufen, warum sollen sie es nicht tun“, sagte Josef Stelzl.

Zu gewinnen gibt es ein Auto, eine Traumreise und insgesamt 91 Gutscheine zwischen 200 und 500 Euro. „So viele hatten wir noch nie.“ Der Erlös gehe zu hundert Prozent an Menschen in Not. Kein einziger Cent, außer der Lotteriesteuer, gehe verloren. Der Adventskalender selbst ist bereits aufgehängt. Auch das war Stelzl wichtig: „Damit wenigstens ein bisschen Weihnachtsgefühl am Stadtplatz aufkommt. Wir müssen es einfach so nehmen, wie es ist, und das Beste daraus machen.“

„Dieses Jahr haben es die Leute genau so nötig, dass man etwas Gutes tut in der Region, oder vielleicht sogar mehr als sonst“, sagte Stefan Schindlbeck, Inhaber des gleichnamigen Autohauses. Seit elf Jahren spendet er den Hauptpreis des Adventskalenders. „Wir machen das gerne.“ Mit dem Adventskalender komme vielleicht doch ein bisschen weihnachtliche Stimmung auf dem Stadtplatz auf. Damit die Leute trotzdem in die Stadt gehen, die Geschäfte besuchen und etwas kaufen – und nicht alles im Internet bestellen.

Er ist sich nicht sicher, ob die Leute heuer genauso viele Lose kaufen werden, hofft es jedoch inständig. Für Schindlbeck mache die Aktion aus, dass jeder Euro an hilfsbedürftige Menschen gehe. „Deshalb sind wir von Anfang an dabei.“

Der zweite Hauptpreis wird von Franz Ebenbeck vom gleichnamigen Busunternehmen gesponsert: „Ich finde die Aktion Freude durch Helfen sehr positiv.“ Dass Notleidenden aus der Region in schwierigen Situationen geholfen wird, mache für ihn die Aktion zu etwas Besonderem.

Wegen der Corona-Krise und damit verbundener fehlender Arbeit, hätten viele Bürger noch mehr Probleme. Daher sieht Ebenbeck die Aktion heuer als noch wichtiger an. „Freude zu schenken, in einer Zeit, in der alle sehr angespannt sind, ist ein positiver Effekt.“

Im Tagblattgebäude findet die Ziehung statt

Rechtsanwalt Siegfried Markl betreut als Rechtsaufsicht bereits seit 2010 den Straubinger Kalender. Von der Abholung der Lose über das Umfüllen in die Lostrommel bis zur Ziehung der Gewinner – Markl sorgt dafür, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Und das wird er auch heuer wieder tun – wenn auch in einem anderen Rahmen als gewohnt. „Ich werde gegen 18 Uhr die Lose abholen und dann nicht wie üblich auf die Bühne, sondern ins Tagblattgebäude bringen.“ Denn dort findet die Ziehung der Gewinner in diesem Jahr statt. „Das ist zumindest der aktuelle Stand“, betonte Markl. Denn auch hier müsse man sich, je nach Corona-Lage, möglichen Änderungen anpassen.

Der Christkindlmarkt wird ihm fehlen, erzählte Markl. Schließlich sei er seit 2010 jedes Jahr von 1. bis 23. Dezember zwischen 18 und 20 Uhr dort gewesen. „Deshalb bin ich schon froh, dass der Adventskalender trotzdem organisiert wird.“

Von Anfang an stehe er hinter dem Konzept, etwas Gutes für die Menschen aus der Region zu tun, und dabei die Möglichkeit zu haben, tolle Gewinne einzuheimsen, so Markl.     -lef/sei-

 

Info

Erhältlich sind Lose beim Loshäuschen am Theresienplatz, beim Leserservice des Straubinger Tagblatts sowie bei folgenden Einzelhändlern: Modegeschäft Hafner, Apollo Optik, Einhorn-Apotheke, Löwen-Apotheke, Café Anna. Wer Lose oder Los-Päckchen zugeschickt bekommen möchte, kann sich beim Leserservice unter Telefon 09421/9406700 melden.

Jeden Tag gegen 18 Uhr werden die Tagesgewinner gezogen. Wer gewonnen hat, wird im Straubinger Tagblatt sowie unter www.straubinger-adventskalender.de bekannt gegeben. Am 23. Dezember haben alle Teilnehmer noch einmal die Chance auf die Hauptpreise. Diese Ziehung wird im Internet live übertragen.